Du hast dir einen Ausbildungsberuf ausgeguckt, den du ergreifen möchtest. Aber ob er auch das Richtige für dich ist, weißt du eigentlich noch nicht. So sicherst du deine Entscheidung ab.
Schritt 1: Berufsorientierungstest
Du weißt nicht genau, welche Ausbildung die richtige für dich ist? Kein Problem, damit bist du nicht allein. Aber: Bevor du zehn Praktika in unterschiedlichen Jobs machst, solltest du die Auswahl eingrenzen. Dabei helfen dir Berufsorientierungstests. Der bekannteste ist „Check-U“ der Bundesagentur für Arbeit. Damit kann man zunächst herausfinden, was die eigenen Stärken sind, welche Talente man hat, aber auch, welche Arbeitsbedingungen man bevorzugt. Arbeitest du zum Beispiel gerne draußen, oder kommt das für dich gar nicht infrage? Bist du eher jemand, der ruhig vor sich hinarbeitet, oder magst du es, in Kontakt mit Kunden zu sein? Am Ende schlägt der Test Berufsfelder und Ausbildungen vor, die zu dir passen könnten.
Schritt 2: Kontakte knüpfen
Kennst du schon jemanden, der in einem Berufsfeld arbeitet, das dich interessiert? Könntest du beispielsweise über deine Eltern oder deren Freunde Kontakte zu Firmen knüpfen? Auch wenn dein Vater in der Buchhaltung arbeitet, gibt es in seinem Betrieb vielleicht ja auch technische Berufe. Nutze diese Kontakte und begleite jemanden bei seiner Arbeit. Eine andere Möglichkeit sind Ausbildungsmessen oder Berufsorientierungsbörsen. Dort stellen Unternehmen ihre Ausbildungsberufe vor. Dort kannst du Kontakte knüpfen und nach Schnuppertagen oder Praktika fragen.
Schritt 3: Schnuppertag
Vor allem, wenn man noch zwischen mehreren Ausbildungsberufen schwankt, lohnt sich ein Schnuppertag, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Denn vielleicht ist der Job ja doch komplett anders, als du ihn dir vorgestellt hast. Wenn es dir gefällt, kannst du im Anschluss ein längeres Praktikum machen. Bei großen Unternehmen oder Behörden kannst du meist schon über die Internetseite rausfinden, ob sie Schnuppertage anbieten, und dort auch nach Ansprechpartnern suchen. Bei kleineren Betrieben, wie bei vielen Handwerkern, rufst du am besten an – oder lässt dich von den Kammern (IHK und Handwerkskammer) beraten und vermitteln. Wichtig: Bringe Fragen zum Schnuppertag mit und sprich mit Angestellten wie auch Azubis – das kann dir bei deiner Entscheidung helfen.
Schritt 4: Das Praktikum
Du hast jetzt eine genauere Vorstellung davon, welcher Beruf für dich infrage kommt und möchtest die Entscheidung absichern? Oder du schwankst noch zwischen zwei Ausbildungsberufen? Dann kümmere du dich um ein Praktikum. Die Betriebe sind offen dafür, da sie dich auch schon kennenlernen können und sich im besten Fall die weitere Suche nach einem Azubi sparen können. Sie sehen während des Praktikums, wie sich die Bewerber verhalten, ob sie beispielsweise pünktlich sind, die Arbeit ordentlich erledigen und ins Team passen. Eine Suchfunktion bietet der „Lehrstellenradar“ des Deutschen Handwerkskammertags. Anders als der Name vermuten lässt, sind dort nicht nur freie Ausbildungsplätze hinterlegt, sondern auch viele Praktikumsplätze.
Übrigens: Mit der 2025 eingeführten „Praktikumswoche“ werden von den Landesregierungen bundesweit Kurzpraktika über die gesamten Sommerferien ermöglicht. Innerhalb einer Woche können Schüler in verschiedene Berufsfelder sowie Unternehmen hineinschnuppern. Heißt: Du kannst dich zum Beispiel zwei Tage als Bühnenmaler am Theater, einen Tag als Friseur und drei Tage bei einer Versicherung ausprobieren. Die Kammern vor Ort kümmern sich um das „Matching“ der Schüler mit passenden Betrieben – und schon werden die Sommerferien zur Praxiserfahrung. In NRW läuft die Praktikumswoche 2026 vom 20. Juli bis 1. September. Mehr unter https://praktikumswoche.de/.
Isabelle De Bortoli


