Ein Sprungbrett in die Arbeitswelt

Ein Sprungbrett in die Arbeitswelt

Vom sozialen Engagement zum Karrierestart: Gutes Tun und sich gleichzeitig beruflich erste Sporen verdienen – das bieten FSJ und Co.

Wenn du nach der Schule noch nicht genau weißt, was du beruflich machen möchtest, bieten dir ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), der Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) gute Möglichkeiten, praktische Erfahrung zu sammeln und gleichzeitig Gutes zu tun. Diese Dienste ermöglichen es dir, in unterschiedlichen Bereichen tätig zu werden und dabei herauszufinden, wo deine besonderen Stärken und Interessen liegen.

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist speziell für junge Menschen konzipiert, die praktische Erfahrungen in sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereichen sammeln möchten. Während deines FSJ kannst du beispielsweise in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen arbeiten, wo du den Alltag der Bewohner durch deine Arbeit bereicherst. Du könntest auch in einer Schule tätig sein, wo du Lehrkräfte unterstützt oder nachmittags Betreuungsangebote für Schüler organisierst. In Krankenhäusern und Kliniken unterstützt du das medizinische Personal und erhältst Einblicke in die Gesundheitspflege. Auch im Bereich der Sozialstationen und Rettungsdienste sind FSJ‘ler aktiv, wo sie wichtige Unterstützung leisten und dabei lernen, in Notfallsituationen richtig zu handeln. Doch das Freiwillige Soziale Jahr ist nicht nur auf soziale und pflegerische Berufe beschränkt: Du kannst auch in kulturellen Einrichtungen, Denkmalpflegeprojekten oder im Umweltschutz tätig werden und kreative Projekte unterstützen, Veranstaltungen organisieren oder bei der Bewahrung von Kulturgütern mithelfen.

Die Bewerbung für ein FSJ ist unkompliziert und setzt keine beruflichen Qualifikationen voraus. Interessierte Jugendliche und junge Erwachsene sollten die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und dürfen nicht älter als 26 Jahre sein. Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme mit einem der zahlreichen Träger, die ein FSJ anbieten. Diese Organisationen vermitteln Plätze in verschiedenen Einrichtungen und sind verantwortlich für die Durchführung des Dienstes. Du kannst dich direkt bei einem Träger bewerben oder manchmal auch direkt bei der Einsatzstelle.

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet dir die Chance, ähnliche Erfahrungen im internationalen Umfeld zu machen. Das Programm ermöglicht es jungen Menschen unter 27 Jahren, einen umfassenden Einblick in andere Kulturen zu erhalten und gleichzeitig in sozialen, ökologischen oder kulturellen Projekten weltweit mitzuarbeiten. Ein Einsatz im IJFD kann beispielsweise in einer Schule in Afrika stattfinden, wo du als Lehrassistenz arbeitest, oder in Südamerika, wo du dich in Umweltschutzprojekten engagierst. Die internationale Erfahrung fördert nicht nur deine Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz, sondern stärkt auch dein Selbstbewusstsein und deine Anpassungsfähigkeit. Achtung: Eine Ausreise im Rahmen des IJFD ist nur über einen der rund 130 anerkannten Träger möglich.

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD), oft auch „Bufdi“ im Sprachgebrauch, ist ähnlich aufgebaut wie das FSJ, steht allerdings Menschen aller Altersgruppen offen. Du könntest zum Beispiel in einer Umweltschutzorganisation mitarbeiten, bei der Pflege von Naturschutzgebieten helfen oder in kulturellen Einrichtungen unterstützen. Der Vorteil beim BFD ist, dass du diesen Dienst auch mehrmals absolvieren kannst.

Brigitte Bonder