Du hast eine Einladung zu einem Einstellungs- bzw. Eignungstest bekommen? Dann darfst du dich freuen. Deine Bewerbung hat Interesse geweckt. Was dich erwartet und wie du dich auf den Test vorbereiten kannst, verrät dir Azubi NRW.

Was ist ein Einstellungstest?

Personalentscheidungen sind nie einfach zu treffen. Ein Fehlgriff beim Mitarbeiter kann den Betrieb unter Umständen sehr viel Geld kosten. Deshalb werden die Bewerber auf Herz und Nieren geprüft, bevor sie den Ausbildungsvertrag unterschreiben dürfen. Ob du über die Fähigkeiten und Qualifikationen verfügst, die in deinem Ausbildungsberuf gefordert werden, lässt sich mithilfe eines Einstellungs- bzw. Eignungstests herausfinden. In größeren Unternehmen ist dieser Test mittlerweile ein Bestandteil des Assessment-Centers. Der Einstellungstest kann klassisch in Papierform sein oder online. Die Online-Prüfungssituation kann entweder im Unternehmen oder bei dir zu Hause stattfinden. Sofern du die Aufgaben bei dir zu Hause bearbeitet hast, gibt es meist noch einen sogenannten Fälschungssicherheitstest, bei dem deine Leistungen zu einem späteren Zeitpunkt erneut geprüft werden.

Ist jeder Einstellungstest gleich?

Es gibt verschiedene Arten von Einstellungstests, mit denen deine Fähigkeiten überprüft werden sollen. Die Agentur für Arbeit bietet Kurse an, in denen die Teilnehmer erfahren, welcher Einstellungstest für ihre Ausbildung infrage kommt. Angeboten werden solche Schulungen auch von Volkshochschulen, anderen Bildungseinrichtungen und zunehmend von privaten Firmen – allerdings sind letztgenannte nicht unbedingt preiswert. Man unterscheidet allgemein Intelligenztests, Kenntnistests sowie Konzentrations- bzw. Belastbarkeitstests.

Intelligenztest

Beim Intelligenztest geht es darum, dein logisches Denken auf den Prüfstand zu stellen. Oft gilt es, die Aufgaben unter Zeitdruck abzuarbeiten. Der Bewerber muss zum Beispiel Zahlen-, Buchstaben- oder Figurenreihen fortsetzen, oder er muss Analogien und Gegensätze bilden. Eine sprachliche Testaufgabe kann zum Beispiel wie folgt aussehen: „Schwarz verhält sich zu weiß wie dunkel zu …“ –genau, „hell“ ist die richtige Lösung. Bei Aufgaben dieser Art gilt es, Wortpaare gegensätzlichen Inhalts zu erkennen. In einem anderen Test werden die Bewerber mit mehreren Begriffen konfrontiert, von denen einer nicht dazu passt. Etwas kniffliger ist der Buchstabensalat. Welches Wort versteckt sich hier „Augbildsun“ – richtig: „Ausbildung“. Manchmal werden auch speziellere Aufgaben gestellt: zum räumlichen Denken oder zu deinem physikalisch-technischen Verständnis – je nachdem, welche Fähigkeiten in deinem Ausbildungsberuf besonders gefragt sind.

Allgemeiner Kenntnistest

Bei diesem Test wird nicht nur dein Allgemeinwissen überprüft, sondern auch das Wissen, das du in der Schule erworben hast. Die Aufgaben variieren je nach Branche. Findet der Einstellungstest im kaufmännischen Bereich statt, wird erwartet, dass du Dreisatz und Prozentrechnung beherrschst und einfache Rechenaufgaben ohne Taschenrechner lösen kannst. Du solltest aber auch dein Wissen in den Fächern Geschichte, Erdkunde, Politik und Sozialkunde noch einmal auffrischen. Gelegentlich laden Unternehmen auch zum Diktat- oder Aufsatzschreiben ein. Englischkenntnisse sind mittlerweile unerlässlich. Arbeitgeber prüfen deshalb gerne, ob die im Lebenslauf erwähnten Englischkenntnisse wirklich vorhanden sind. Die Aufgaben orientieren sich an den Tests in der Schule: Du musst die unregelmäßigen Formen beherrschen, richtige Zeitformen in Lückentexte eintragen oder Verständnisfragen zu einem kurzen Text beantworten.

Konzentrationstest

Mithilfe von Konzentrations- bzw. Belastbarkeitstests wird geprüft, ob du vergleichsweise einfache Aufgaben schnell und trotzdem gewissenhaft bearbeiten kannst. Hier heißt es: Ruhe bewahren! In der Regel sind die Fragen extra so gestellt, dass du gar nicht alle Fragen in der vorgegebenen Zeit beantworten kannst. Damit möchten die Personaler überprüfen, wie gut du mit Stress und Zeitdruck umgehen kannst. Für die Betriebe hat dies außerdem den Vorteil, dass sich die Ergebnisse besser miteinander vergleichen lassen. Ist der Einstellungstest so konzipiert, dass keiner der Bewerber alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit lösen kann, dann lässt sich sehr schön ablesen, welcher Bewerber wie weit gekommen ist. Eine andere Möglichkeit sind Testaufgaben, bei denen der Arbeitgeber die Merkfähigkeit der Kandidaten beobachten kann. Zum Beispiel wird geprüft, wie schnell sich der Bewerber neue Informationen merken kann. Dazu bekommt er eine Liste mit Mitarbeiternamen und den jeweiligen Aufgaben, die sie in der Firma erfüllen. Der Kandidat muss dann in kurzer Zeit möglichst viele Details auswendig lernen. Hinterher werden dann Fragen zu den Mitarbeitern gestellt. Da vorher nicht bekannt ist, was wichtig ist, gilt es, sich möglichst viele Details einzuprägen.

Fähigkeitstest

Besonders für kaufmännische, handwerkliche und technische Berufe gibt es spezielle Fähigkeitstests, um herauszufinden, ob der Kandidat für die Ausbildung geeignet ist. So kann es passieren, dass du in einem handwerklichen Beruf deine Fähigkeiten auch praktisch unter Beweis stellen sollst. Zum Beispiel, indem du etwas lötest.

Kreatives Schreiben

Du möchtest eine Stelle in einer Agentur oder einer Redaktion haben? Dann kann es durchaus sein, dass du einen Text verfassen sollst. Damit soll herausgefunden werden, wie spontan du etwas Sinnvolles zu Papier bringen kannst und wie deine Schreibe ist. Am besten überlegst du dir schon im Vorfeld, was du schreiben könntest, falls ein solcher Test auf sich zukommt. Dein Sprachgefühl kann auch anders getestet werden, zum Beispiel, indem du Synonyme für bestimmte Wörter finden musst oder Sprichwörter sinnvoll ergänzen sollst.

Persönlichkeitstest

Hier sollst du eine Reihe von Fragen über deine Eigenschaften und Verhaltensweisen beantworten bzw. angeben, inwieweit bestimmte Aussagen auf dich zutreffen. Psychologische Fähigkeitstests sind eher umstritten und sollten nur von Betrieben durchgeführt werden, die die Ergebnisse in Zusammenarbeit mit Fachkräften auswerten können.

Sporttest

Wenn du dich bei der Bundeswehr, Polizei oder Feuerwehr bewirbst, musst du körperlich fit sein und deine Leistungsfähigkeit in einem Sporttest unter Beweis stellen.

Wie kann ich mich auf einen Einstellungstest vorbereiten?

Recherche

Keine Panik, du musst nicht alles können, und du kannst auch nicht alles wissen! Welche Aufgabentypen dich beim Einstellungstest erwarten, erfährst du unter anderem bei einer kurzen Recherche in den Foren der jeweiligen Unternehmen, sodass du deine Vorbereitung gezielt darauf abstimmen kannst. So verschieden die Einstellungstests auf den ersten Blick auch sein mögen – es gibt auch viele Gemeinsamkeiten. Es lohnt sich, dass du dich mit den Aufgaben vertraut machst. Fragen zum logischen Denken sind beispielsweise oft ähnlich aufgebaut. Da hilft es, wenn du zumindest das Prinzip schon einmal gesehen und verstanden hast. Besonders beliebt, besonders im kaufmännischen Bereich, ist das Prozentrechnen. Allgemeinbildung ist branchenübergreifend erwünscht. Um sie zu trainieren, solltest du zum Beispiel regelmäßig Zeitung lesen.

Zeitfaktor

In der Regel kannst du beim Einstellungstest gar nicht alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit lösen. Der Test ist bewusst so konzipiert, um auch deinen Umgang mit Stress und Zeitdruck zu prüfen. Halte die Balance zwischen Gründlichkeit und Schnelligkeit. Schnelles und gleichzeitig sicheres Kopfrechnen kann zum Beispiel im Einstellungstest den kleinen, aber feinen Unterschied machen.

Vorbereitung

Sorg dafür, dass du ausgeruht und fit zum Assessment-Center-Test antrittst. Plane genügend Zeit für deine Anreise ein. Es wirkt unprofessionell, wenn du abgehetzt erscheinst. Außerdem verlierst du so wertvolle Zeit, da du dich gestresst langsamer in die Prüfungssituation einfindest.

Auftreten

Viele Bewerber haben beim Einstellungstest nur ein Auge für die Aufgaben und Fragen. Das ist auch nicht falsch. Aber sei dir gewiss: Dem geschulten Blick des Personalers entgeht kein Detail: Kleidung, selbstbewusstes Auftreten, Sprache, Blickkontakt, Körpersprache – alles kann eine Rolle spielen. Geachtet wird ebenso auf gute Umgangsformen oder darauf, wie sich der Bewerber im Team verhält. Siehe den Einstellungstest als Chance, dich zu präsentieren.

Nervosität

Mach dich nicht verrückt. Prüfungssituationen mag niemand. Du kannst nicht auf jede Frage auf Anhieb eine passende Antwort wissen. Aber genau darum geht es bei den Tests: Die Bewerber werden gezielt unter Druck gesetzt, um beurteilen zu können, wie sie mit der Stress-Situation umgehen. Wer panisch wirkt oder gar aggressiv wird, bleibt ebenso wenig unbemerkt wie der- oder diejenige, die souverän um Bedenkzeit bittet und professionell freundlich bleibt.

Kann ich mich online auf den Einstellungstest vorbereiten?

Auf jeden Fall. Der Einstellungstest bietet dir die Möglichkeit, dich von deiner besten Seite zu zeigen. Ein gutes Testergebnis macht auch die eine oder andere schlechte Note ungeschehen. Umso wichtiger ist es, dass du dich auf den Einstellungstest vorbereitest. Beispiele und praktische Übungen gibt es zuhauf im Internet. Viele Angebote sind kostenlos.
Wenn du weißt, welche Art von Einstellungs- oder Eignungstest dich bei deiner Ausbildungsstelle erwartet, kannst du deine Fähigkeiten noch besser trainieren. Falls es nicht rund läuft, heißt es: üben, üben, üben.
Am besten versuchst du, jede Testart unter realistischen Bedingungen abzuarbeiten. Das heißt: Löse den Test ohne Unterbrechung und unter Zeitdruck, damit du ein Gespür für die Aufgaben bekommst. Alle Testarten, bei denen du spontan überfordert warst, kannst du so oft wiederholen, bis du sicherer wirst. Hast du erst mal das Prinzip der Aufgabe verstanden, solltest Du mehrere Tests miteinander kombinieren. Auf diese Weise kommst du einem echten Einstellungstest schon ziemlich nahe. Je öfter du das Training wiederholst, desto sicherer wirst du. Plane für eine gründliche Vorbereitung lieber mehrere Tage oder sogar Wochen ein. Es macht keinen Sinn, alle Übungstests an einem Tag durchzugehen. Besser, du übst über mehrere Tage immer mal wieder eine oder zwei Stunden einzelne Testblöcke.